Jürgen Kasek

eratischer Eskapismus

Stellungnahme BUND Leipzig zum Bebauungsplan NR. 384, "Westlich vom Cottaweg"

B-Plan Nr. 384 "Westlich vom Cottaweg" (Trainingszentrum RB Leipzig)


Sehr geehrte

vielen Dank für die Beteiligung am oben genannten Verfahren.
Bereits im Vorfeld hat sich der B.U.N.D. Regionalgruppe Leipzig mit den betreffenden Unterlagen zum Verfahren vertraut gemacht. Auch im Hinblick auf die bereits seit mehr als einem Jahr bestehende positive informelle Zusammenarbeit mit dem Hauptnutzer der in Rede stehenden B-Plan-Fläche, dem RasenballSport Leipzig e.V., wurden vereinsex- und -intern zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens zahlreiche Punkte diskutiert und Ergänzungen/Forderungen formuliert, die wir Ihnen hiermit übermitteln wollen.
Unserer Ansicht nach lassen sich mit kooperativen Gesprächen und einem umfassenden Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten (Stadtverwaltung, RB Leipzig, breite Teile der Umweltverbände) Lösungen erzielen, die allen Ansprüchen gerecht werden und auch solcherart kommuniziert werden können.
Folgende Punkte sind für den BUND dabei als wesentlich zu erachten:

> Eindeutig definieren, wie der UVS-Verpflichtung inkl. FFH-VP nachgekommen wird. Dies war eine wichtige Festlegung zwischen Vereinen, RBL und Stadtverwaltung zum früheren Planungsstand im Februar 2011.

> Erweiterung des Untersuchungsgebiets um das Elsterbecken. Beachtet werden sollten hier die Schwemminseln (und deren Initiale) bzw. das Gewässer selbst unter Biotopverbundaspekten für gewässergebundene Arten sowie als Leitstruktur für Vögel und Fledermäuse: Untersucht werden sollten hier die Lärm- und Lichtauswirkungen; wichtig ist dabei auch die Erfassung der Herpetofauna sowie der Säuger.

> Korrekte Darstellung der verschiedenen Schutzgebiete im Text und in den Karten. Zu beachten ist, dass der Gehölzstreifen östlich des Cottawegs vollständig im LSG und SPA-Gebiet liegt und teilweise als Kulturdenkmal (Heinrich-Heine-Park) geschützt ist. Hieraus ergibt sich die Forderung, die im Gestaltungsplan zu erkennenden Sichtachsen zu streichen, weil ein aktives „Freihalten“ dieser Achsen im SPA-Gebiet aus rein ästhetischen Gründen untersagt ist.

> Unbedingte Verstärkung der Bemühungen, den Ausgleich vor Ort bzw. im benachbarten Auwald zu erreichen und keinesfalls auf Flächen, die keinen räumlichen Bezug zum Eingriffsort haben. Ziel der Maßnahmen muss sein, den landseitigen Biotopverbund zu verstärken. Das bedeutet, dass das Motodrom in die perspektivische Planung mit einbezogen werden muss; an dieser Stelle sollte nach dem Auslaufen des Pachtvertrags von vornherein keine Verlängerung möglich werden, sondern das Renaturieren anstehen. Perspektivisch sollte zudem ebenfalls über eine Renaturierung des Geländes Kleinmesse nachgedacht werden. Hier ist ganz allgemein zu betrachten, dass die Kleinmesse in ihrer derzeitigen Form und hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Zweifel an der Zukunftsfähigkeit am Standort schürt. Im Interesse der Nutzer und des Schaustellergewerbes, sowie der Natur sollten die Überlegungen zu einer Verlegung der Kleinmesse an einen anderen Ort intensiviert werden.

> Hinsichtlich der geplanten 250 Stellplätze im Bereich nördlich des Straßenbahnhofes setzen wir uns dafür ein, dass diese Anlage nicht geschaffen wird, sondern das Gelände wie in Variante 1 beschrieben komplett renaturiert wird um den Biotopverbund an dieser Stelle maßgeblich zu stärken. In den Gesprächen mit RB Leipzig ist deutlich geworden, dass RB Leipzig selbst an diesen Stellplätzen überhaupt kein Interesse hat und eine Renaturierung ebenfalls begrüßt. Eine weitere Nutzung dieser anzulegenden Stellplätze für das ehemalige Zentralstadion kommt gleichfalls nicht in Betracht, da hier der Fußweg zum Stadion mehr als 500 m beträgt und damit eine Einbeziehung in Hinblick auf § 49 SächsBO ausscheidet. Für eine allenfalls temporäre Nutzung durch die Kleinmesse erscheint dieses Gebiet und die vorhandene Möglichkeit den Biotopverbund maßgeblich zu stärken als zu wertvoll. Hinzukommt, dass sich die Verkehrssituation im Knotenbereich Jahnallee bei Singulärereignissen deutlich verschärfen würde. Wir fordern daher ausdrücklich eine Streichung dieser Anlage und die dadurch mögliche Entsiegelung und spätere Renaturierung der Fläche und anschließend auch des südlichen Abschnitts der Erich-Köhn-Straße. Dies hat vor allem den Grund, dass der Biotopverbund an dieser Stelle unbedingt zu verstärken ist. Einen irgendwie gearteten Ausbau der Erich- Köhn Straße in diesen Teil lehnen wir strikt ab. Dabei ist auch zu beachten, dass bereits bislang kein zukunftsfähiges Verkehrskonzept besteht. Eine Erweiterung der Erich- Köhn Straße zur neuen Stellplatzanlage würde die Situation im Kreuzungsbereich weiter verschärfen und hätte Folgewirkung insbesondere hinsichtlich der angrenzenden Bebauung im Bereich des sog. Capa Hauses.

Bitte beteiligen Sie uns am weiteren Verfahren und senden Sie uns das Abwägungsprotokoll nach § 57 SächsNatSchG zu.
Mit freundlichen Grüßen


Jürgen Kasek, Vorsitzender

Filed under  //   Auenwald   BUND   Leipzig   RBLeipzig   Stellplätze   Umweltschutz  
Posted May 3, 2012

„Für einen starken Auenwald- BUND Leipzig kritisiert Arbeit der Stadt am Trainingszentrum RB Leipzig“

 

Pressemitteilung BUND, 28.03.2012

Die BUND Regionalgruppe Leipzig kritisiert die bislang vorgenommen Ausgleichsmaßnahmen im Zuge der Bebauung des RB Leipzig Trainingszentrums im Auenwald. Anfragen der Stadträte Udo Berger und Norman Volger haben ergeben, dass die ersten Ausgleichsmaßnahmen nicht wie zwischen den Umweltverbänden und RB verabredet in unmittelbarer Umgebung stattgefunden haben, sondern in Sommerfeld und Paunsdorf. Zwar sollen die weiteren Ausgleichsmaßnahmen in der näheren Umgebung erfüllt werden, doch wird befürchtet, die Verwaltung könnte die Absprache abermals verletzen.

„Das Vorgehen der Verwaltung verwundert uns doch stark“, so Jürgen Kasek, Vorstandsvorsitzender des BUND Leipzig. „Es gab zwischen den Verbänden und RB Leipzig eine gemeinsame Absprache mit der Zielsetzung, Ausgleichsmaßnahmen direkt im näheren Umfeld zu realisieren und den Auenwald vor Ort zu stärken. Auch der zuständige Beigeordnete Heiko Rosenthal hat damals versprochen, er werde die vorhandenen Möglichkeiten prüfen, um die getroffenen Vereinbarungen so umzusetzen. Wir haben nicht den Eindruck, dass das gerade geschieht“.

Der BUND Leipzig kritisiert vor allem dass das Verfahren von Seiten der Stadt vollkommen in-transparent ablaufe. Während es mit dem Investor eine enge Zusammenarbeit und viele Gespräche gebe, informiere die Stadt nicht über den Stand der aktuellen Planungen. Auch Bürger aus Lindenau hätten sich bereits beschwert, dass sie über den Stand der Planungen nicht informiert werden.

„Die Stadt arbeitet in dieser Hinsicht nicht kooperativ“, kritisiert auch Stadtrat Udo Berger das Verfahren.

„Wir haben uns bislang sehr kooperativ gezeigt, um mit dem Investor zusammen eine Verbesserung für die Natur vor Ort zu erreichen. Vom bisherigen Vorgehen der Stadt sind wir sehr stark enttäuscht. Sollte die Stadt die getroffenen Absprachen weiter verletzen werden wir unsere rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und über die Öffentlichkeit Druck ausüben“, so Berger weiter.

Der BUND Leipzig fordert, dass eine Ertüchtigung und irgendwie gearteter Ausbau der Erich- Köhn-Straße definitiv ausgeschlossen bleiben müssen, die weiteren Ausgleichsmaßnahmen vor Ort realisiert werden und die Stadt die Vorgänge und Planungen transparenter vorstellt.

Einen wie bislang offenbar in den Planungen enthaltenen Parkplatz an der Erich-Köhn-Straße hinter dem LVB Straßenbahnhof lehnt der BUND kategorisch ab. Diese frei werdenden Flächen sollen der Natur zur Verfügung gestellt werden.

Jürgen Kasek, Udo Berger, Bund für Umwelt und Naturschutz Regionalgruppe Leipzig

 

Filed under  //   Auenwald   Auwald   BUND   Fußball   Leipzig   Naturschutz   RBLeipzig   Trainingszentrum   Umweltschutz  

Gemeinsame PM der Leipziger Umweltvereine zum RB-Trainingsgelände

Click here to download:
Offener Brief Red Bull.pdf (347 KB)
(download)

Das nehme ich als BUND Vorstandsmitglied mal unkommentiert auf..


PRESSEMITTEILUNG

Forderungen der Leipziger Umweltverbände zum Red Bull-Trainingszentrum an die Stadt Leipzig

Drei Leipziger Umweltverbände stellen in einem gemeinsamen Offenen Brief Forderungen bezüglich des Red Bull-Trainingszentrums und wollen den Planungsprozess kritisch begleiten.

Die Leipziger Umweltverbände Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V., BUND Regionalgruppe Leipzig und der NABU Regionalverband Leipzig e.V. haben sich auf einen Forderungskatalog bezüglich des geplanten RB-Trainingszentrums am Cottaweg verständigt. Der Offene Brief wurde am 28. Januar 2011 dem Leipziger Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal übergeben, soll den Planungsprozess kritisch begleiten und damit die Belange des Naturschutzes durchsetzen. Nach wie vor besteht unter den Umweltverbänden die Auffassung, dass dieser Standort für das geplante Trainingszentrum unter Naturschutzaspekten äußerst ungünstig ist und andere Standorte vorzuziehen wären. Nur wenn die Forderungen in den derzeit zu erstellenden Bebauungsplan einfließen, können die benannten Vereine einem Trainingszentrum an dieser Stelle zustimmen.

„Um die Auswirkungen des Projekts genau beurteilen zu können, bedarf es einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung, die auch großräumig die Störwirkung auf die angrenzenden Areale und hier vor allen Dingen das SPA-Gebiet „Leipziger Auwald" untersucht und sich an die festgelegten Vorgaben hält.“, sagt Markus Kellermann, Koordinator für den Bereich Umweltschutz der BUND Regionalgruppe Leipzig. „Perspektivisch muss dabei geklärt werden, wie der Biotopverbund an dieser Stelle gestärkt werden kann, wenn RB diesen mit dem Trainingszentrum blockiert. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist schon deshalb zwingend notwendig, weil sich ein überwiegender Teil des Plangebietes im Außenbereich befindet. Sollten die Ergebnisse der Umweltprüfung eine nachweisbar deutliche Verschlechterung aufweisen, muss das Projekt beendet werden können.", so Kellermann weiter.

„Dies bedeutet, dass die Ausgleichsmaßnahmen vor Ort stattzufinden haben und nicht irgendwo in der Peripherie Leipzigs. Sie müssen vor allem der Stärkung des Biotopverbunds innerhalb des Auwalds dienen.“, erklärt Enrico Vlach, umweltpolitischer Sprecher des Ökolöwen. „Es muss im Bebauungsplan klargestellt werden, dass es zu keinen weiteren Bebauungen in der Umgebung kommen darf und langfristig die umliegenden Flächen als Renaturierungsflächen ausgewiesen werden.“

Der RB hat angekündigt, dass der zweite Bauabschnitt das Projekt abschließt und keine weitere Vergrößerung des Trainingsgeländes geplant ist. Es darf zu keinem Straßenausbau in der näheren Umgebung kommen. „Für ein Trainingszentrum dieser Größe reicht die Zufahrt über den Cottaweg vollkommen aus. Weder Erich-Köhn-Straße noch ein anderer Straßenausbau lässt sich mit dem Bauvorhaben rechtfertigen und ist deshalb abzulehnen. Außerdem muss die Anzahl der Stellflächen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden, um Verkehr zu vermeiden.“, sagt Dr. Leonhard Kasek, Vorsitzender des NABU Regionalverbands Leipzig e.V.

Filed under  //   Auwald   Leipzig   RBLeipzig   Umwelt   Umweltschutz