Jürgen Kasek

eratischer Eskapismus

PM zum Ostdeutschen Energieforum in Leipzig

Pressemitteilung BUND Regionalgruppe Leipzig, 09.05.2012

Pressemitteilung zum "Ostdeutschen Energieforum" am 10./11. Mai 2012 in Leipzig (CCL)

Am 10.05. und 11.05. findet in Leipzig das Ostdeutsche Energieforum statt. Der Schirmherr Philipp Rösler (FDP) fordert: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss effizienter erfolgen“, versteht hierunter aber „Investitionen in neue konventionelle Kraftwerke“ (beide Zitate aus seinem Grußwort). Der BUND Leipzig nimmt dies zum Anlass um die derzeitige Energiepolitik der Bundesregierung aufs Schärfste zu kritisieren.

Denn statt an dem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien zu arbeiten und dafür die Weichen zu stellen, wird weiterhin auf den Klimakiller Kohle gesetzt und weiterhin soll auch in der Region Leipzig ganze Ortschaften einer Technologie von vorgestern weichen. Braunkohle ist als Rohstoff zu wertvoll um einfach verfeuert zu werden. Auch wenn die Prozesse zur stofflichen Verwertung von Kohle die Forschungsphase noch nicht abgeschlossen haben, werden durch die konventionelle Verstromung kostbarste Ressourcen zu lasten des Klimas verschleudert.

Verwunderung ruft auch hervor, dass auf dem Ostdeutschen Energieforum kein Vertreter der Erneuerbaren Energien als Referent dabei ist. Die Ausrichtung ist einseitig und beweißt die fehlende Innovations- und Vorstellungskraft der Regierung.

Im Klartext bedeutet die derzeitige Energiepolitik folgendes:

  • Kohleverstromung für viele weitere Jahrzehnte: Da Großkraftwerke viele Volllaststunden benötigen, um rentabel zu sein, bedeutet dies zwangsläufig: Kappung der erneuerbaren Energien und somit Anheizung des Klimawandels.
  • Dass durch CCS (Abscheidung und unterirdische Verpressung des CO2) Kohlekraftwerke "klimafreundlich" würden, ist eine reine und absolut fragwürdige Behauptung. Dadurch, dass interessierte Kreise sie unentwegt wiederholen, wird sie nicht zur Wahrheit. Tatsache ist: Bei Anwendung der CCS-Technik muss für die Erzeugung der gleichen Strommenge beträchtlich mehr Kohle verfeuert werden, was bedeutet: mehr Kraftwerke, mehr Tagebaue, mehr Wasserverbrauch und weitere Umweltschäden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit führt die unterirdische Verpressung des CO2 zur Kontamination des Grundwassers.

Der BUND Leipzig fordert:

1. Deckung des Energiebedarfs zunehmend und letztlich vollständig durch erneuerbare Energien (Stromerzeugung zu 100% aus regenerativen Energien im Jahr 2050).

2. Reduktion des Energieverbrauchs bis zum Jahre 2030 um 50%, unter anderem durch Energieeinsparung bei Altbausanierung, sparsame Fahrzeuge sowie effizientere Stromnutzung.

3. Senken der Treibhausgasemissionen, insbesondere der CO2-Emissionen, bis zum Jahr 2020 um 40% und bis zum Jahr 2050 um mehr als 80%.

3. Änderung der Gesetze zur besseren Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz.

4. Sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie und ein Auslaufen der Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke,

um hohe atomare Risiken zu minimieren und ehrgeizige Klimaschutzziele einzuhalten.

Grüne, Bürgerinitiativen gegen CO2-Verpressung und weitere Gruppierungen werden am 10.5. ab   8.00 Uhr vor dem CongressCentrumLeipzig (CCL) für eine Weichenstellung der Energiepolitik in diese Richtung demonstrieren.

Am Abend des 10.5. wird eingeladen zu einer öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema  

"Energiewende oder CCS-System?" Beginn: 19.30 Uhr, Ort: Restaurant "Zum Kartoffelsack",

Möckernscher Weg 1 (Nähe CCL)

Jürgen Kasek, Vorstandsvorsitzender BUND Leipzig

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Posted May 9, 2012

BUND Leipzig kritisiert Braunkohlegipfel in Leuna und Kraftwerkspläne für Profen

Am heutigen Tage findet in Leuna ein „Braunkohlegipfel“ statt, zu dem neben EU-Kommissar Günther Oettinger auch die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Sachsen, Rainer Haseloff und Stanislaw Tillich sowie hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft geladen sind. Anlässlich dieser Veranstaltung sollen in erster Linie Fragen der künftigen Nutzung der Braunkohle für die stoffliche Wiederverwertung sowie in der chemischen Industrie diskutiert werden.

Die Regionalgruppe Leipzig des Bund Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) beanstandet, dass eine Einladung der Umweltverbände zum Braunkohlegipfel nicht erfolgt ist.

Jürgen Kasek, Vorsitzender des BUND Leipzig, ist enttäuscht:

"Wir argwöhnen schon seit Monaten, dass der von der Politik beschlossene Atomausstieg zu einer Renaissance der Braun- und Steinkohle führen wird. Der heute ohne jegliche Beteiligung der Umweltverbände stattfindende Braunkohlegipfel ist ein weiterer Beleg dafür, dass gerade im Osten Deutschlands ein Ausbau vorhandener Kohlekraftwerke stattfinden soll und sogar Neubauprojekte in Planung sind. Es ist traurig, dass die Politik hier offenbar nur den Dialog mit der Wirtschaft, nicht aber mit den Umweltverbänden sucht und damit über die Zukunft der Braunkohle allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nachdenkt.

In diese Vorgehensweise fügt sich ein, dass bei den aktuellen Planungen für ein Braunkohlekraftwerk unter Wiederaufschluss des Braunkohletagebaus in Profen der BUND Sachsen bisher gar nicht beteiligt wurde, über den im Dezember durchgeführten Scoping-Termin wurden wir nicht einmal informiert. Der BUND Leipzig hat sich in diesem Verfahren in eine verschiedene Organisationen umfassende Vernetzungsgruppe integriert und wird das anstehende Genehmigungsverfahren aktiv und kritisch begleiten. Schon jetzt kündigen wir an, dass wir keinesfalls bereit sind, den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Profen und den Wiederaufschluss des Braunkohletagebaus zu dulden. Vielmehr werden wir im Interesse der Umwelt alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ein derartiges Projekt zu verhindern.“

 

 

 

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Rede anlässlich der Mahnwache in Leipzig am 14.03. zur Katastrophe in Japan

Es fällt schwer die richtigen Worte zu finden. Worte für das zu finden, was geschehen ist.  Auch jetzt wissen wir noch nicht genau was gerade in Japan passiert, wissen nicht welches Ausmaß diese Katastrophe noch annehmen wird. Den Tausenden Toten durch den Tsunami, den unzähligen Menschen die auf der Flucht sind, die all ihr Hab und Gut verloren haben gilt in diesen Minuten, Stunden und Tagen unsere Anteilnahme.

Es sind Bilder des Schreckens, die um die Welt gehen, die uns deutlich machen, dass wir die Natur nicht beherrschen können. Es sind Bilder die uns betroffen machen und die uns in Sprachlosigkeit zurücklassen.

Neben den Opfern und Zerstörungen die durch das Erdbeben und den Tsunami zu beklagen sind, sind es vor allen die Geschehnisse an den japanischen Atomanlagen die uns Sorge, die uns Angst machen.

Denn abermals nach 25 Jahren steht die Welt erneut am atomaren Abgrund. 25 Jahre nach Tschernobyl droht ein erneuter Super GAU.

Minütlich überschlagen sich die Meldungen zur Katastrophe. Zunächst fielen Im Meiler von Fukushima die Kühlsysteme aus. Nach dem Stand von heute Nachmittag droht in drei Reaktoren der Anlage von Fukushima eine Kernschmelze. Und wir alle hoffen und bangen, dass trotz der Kernschmelze keine Strahlung großräumig austreten möge. Das der innere Kern des Reaktors hält und es trotz der Katastrophe nicht zu kompletten Kontamination des asiatischen Raumes kommt.

In Japan war nicht menschliches Versagen der Auslöser, sondern eine Naturkatastrophe, ein Erdbeben von enormer, aber nicht ganz unvorhersehbarer Gewalt. Es handelte sich um das schwerste Erdbeben in Japan seit über 140 Jahren. Das betroffene AKW wurde aufgrund der Berechnungen der letzten Hundert Jahre gebaut. Die Katastrophe war nicht kalkulierbar, weil sie schon gar nicht in Erwägung gezogen wurde. Ebenso wird deutlich, dass der Betreiber an Sicherheitsmaßnahmen gespart hat und es schon vorher immer wieder zu Zwischenfällen kam.

In der Havarie von Fukushima verwirklichen sich alle der Nutzung der Atomkraft inhärenten Gefahren. Wird uns deutlich vor Augen geführt, mit welcher immensen Naturkraft wir uns anmaßen umgehen zu können.

Doch erscheint es angesichts der Tragödie und dem Leid Hunderttausender, wenn nicht sogar Millionen an der Zeit, Forderungen zu stellen.

Und doch ist es die Angst die uns treibt, ist es die Angst, weil uns schmerzhaft bewusst wird, dass die Gefahren die von der Nutzung der Atomkraft ausgehen nicht zu bändigen sind. Ist es die Angst vieler Tausend Menschen weltweit, dass auch Atomanlagen in ihrer Nähe nicht absolut sicher sind. Denn eins lehrt uns diese Katastrophe, sicher ist und bleibt das Risiko. Ein Risiko mit denen Hunderttausende Menschen nicht mehr leben wollen.

Allein in diesen Minuten gehört unsere ganze Anteilnahme den Menschen in Japan, den direkt Betroffenen, die alles verloren haben und den Menschen, die unter größten Mühen versuchen zu retten, was noch zu retten ist. An diese Stelle gehört auch all unser Respekt den Hilfskräften vor Ort.

Und als Bündnis gegen Atomkraft rufen wir ebenso auf, selbst tätig zu werden, nicht nur ein Zeichen gegen Atomkraft sondern in aller erster Linie auch für die Opfer zu setzen und rufen dazu auf, sich auch den Spendenaktionen für die Opfer zu beteiligen.

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