Jürgen Kasek

eratischer Eskapismus

„Für einen starken Auenwald- BUND Leipzig kritisiert Arbeit der Stadt am Trainingszentrum RB Leipzig“

 

Pressemitteilung BUND, 28.03.2012

Die BUND Regionalgruppe Leipzig kritisiert die bislang vorgenommen Ausgleichsmaßnahmen im Zuge der Bebauung des RB Leipzig Trainingszentrums im Auenwald. Anfragen der Stadträte Udo Berger und Norman Volger haben ergeben, dass die ersten Ausgleichsmaßnahmen nicht wie zwischen den Umweltverbänden und RB verabredet in unmittelbarer Umgebung stattgefunden haben, sondern in Sommerfeld und Paunsdorf. Zwar sollen die weiteren Ausgleichsmaßnahmen in der näheren Umgebung erfüllt werden, doch wird befürchtet, die Verwaltung könnte die Absprache abermals verletzen.

„Das Vorgehen der Verwaltung verwundert uns doch stark“, so Jürgen Kasek, Vorstandsvorsitzender des BUND Leipzig. „Es gab zwischen den Verbänden und RB Leipzig eine gemeinsame Absprache mit der Zielsetzung, Ausgleichsmaßnahmen direkt im näheren Umfeld zu realisieren und den Auenwald vor Ort zu stärken. Auch der zuständige Beigeordnete Heiko Rosenthal hat damals versprochen, er werde die vorhandenen Möglichkeiten prüfen, um die getroffenen Vereinbarungen so umzusetzen. Wir haben nicht den Eindruck, dass das gerade geschieht“.

Der BUND Leipzig kritisiert vor allem dass das Verfahren von Seiten der Stadt vollkommen in-transparent ablaufe. Während es mit dem Investor eine enge Zusammenarbeit und viele Gespräche gebe, informiere die Stadt nicht über den Stand der aktuellen Planungen. Auch Bürger aus Lindenau hätten sich bereits beschwert, dass sie über den Stand der Planungen nicht informiert werden.

„Die Stadt arbeitet in dieser Hinsicht nicht kooperativ“, kritisiert auch Stadtrat Udo Berger das Verfahren.

„Wir haben uns bislang sehr kooperativ gezeigt, um mit dem Investor zusammen eine Verbesserung für die Natur vor Ort zu erreichen. Vom bisherigen Vorgehen der Stadt sind wir sehr stark enttäuscht. Sollte die Stadt die getroffenen Absprachen weiter verletzen werden wir unsere rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und über die Öffentlichkeit Druck ausüben“, so Berger weiter.

Der BUND Leipzig fordert, dass eine Ertüchtigung und irgendwie gearteter Ausbau der Erich- Köhn-Straße definitiv ausgeschlossen bleiben müssen, die weiteren Ausgleichsmaßnahmen vor Ort realisiert werden und die Stadt die Vorgänge und Planungen transparenter vorstellt.

Einen wie bislang offenbar in den Planungen enthaltenen Parkplatz an der Erich-Köhn-Straße hinter dem LVB Straßenbahnhof lehnt der BUND kategorisch ab. Diese frei werdenden Flächen sollen der Natur zur Verfügung gestellt werden.

Jürgen Kasek, Udo Berger, Bund für Umwelt und Naturschutz Regionalgruppe Leipzig

 

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Protest gegen die Zerstörung des Auwaldes, 16.04.2011 Für den Auwald kämpfen, Redebeitrag B.U.N.D.

Protest gegen die Zerstörung des Auwaldes, 16.04.2011 Für den Auwald kämpfen

Rede

Liebe Leipziger und LeipzigerInnen,

Der Ökolöwe hat dazu aufgerufen für den Auwald zu kämpfen und dieser Kampf darf nicht nur heute stattfinden. Nicht nur heute geht es darum uns zu widersetzen, zu entsetzen und Protest zu zeigen. Heute muss der Beginn sein, muss der Aufbruch sein für ein grundsätzlich neues Verständnis unseres Auenwaldes.

Denn dieses Verständnis des Auwaldes, seiner Bedeutung, seiner Schutzbedürftigkeit es fehlt. Dabei wurde die Einmaligkeit des Leipziger Auwaldes schon im vorigen Jahrhundert von Fachleuten bewundert und gepriesen. Und auch heute noch stellen die Auwälder des Pleiße und Elster- Luppe Gebietes- obwohl sie viel von ihrer Ursprünglichkeit eingebüßt haben, einen der kostbarsten Schätze dar, derer sich die Stadt Leipzig rühmen kann.

Aber das Verständnis dafür es scheint zu fehlen.

Es fehlt nicht nur in der Verwaltung, bei den Betonköpfen der Landestalsperrenverwaltung und im sächsischen Umweltministerium, es fehlt auch bei den Menschen.

Am aktuellen Geschehen, an der Zerstörung von über 25 ha Auwald, wird dieses Drama besonders deutlich. Denn nicht nur, dass damit ein ökologischer Raum verloren geht, nein der Schaden setzt sich fort. Die Gewässer des Auwaldes nehmen durch die durchgeführten Arbeiten massiven Schaden. Das Gewässerregime ist wird nachhaltig gestört, wird zerstört und mit ihm auch ein Teil ursprünglicher Natur. Damit geht nicht nur Naturraum verloren, auch die Artenvielfalt ist bedroht.

Dabei ist das Verfahren an den Deichen, nur das weithin sichtbare Stück einer gedankenlosen Zerstörung der heimischen Flora und Fauna. Auch an anderen Stellen wird eine Zerstörung immer deutlicher. Egal ob es um neue Bauvorhaben am oder im Auwald geht, egal ob es um eine wassertouristische Nutzung geht, die den Auwald schadet, die den Auwald zerstört. Immer wieder wird dabei auch schmerzhaft deutlich, dass es auch in vielen Teilen der Verwaltung am Bewusstsein fehlt. Dass heute kein Verwaltungsmitarbeiter oder Amt den Weg hierher gefunden hat, ist der weithin sichtbare Beweis, der blinden Ahnungslosigkeit, die uns regiert.

Noch 1992 schrieb der frühere Oberbürgermeister Hinrich Lehmann- Grube:

Die Tatsache, dass wir noch über einen einzigartigen, jedoch stark gefährdeten Auwald verfügen, sollte uns bewusst werden lassen, welche hohe Verantwortung wir tragen. Die wundervolle Natur des Auwaldes mit dem herrlichen Frühjahrsblühen muss für unsere Kinder und Enkel erhalten bleiben.

Und heute stehen wir hier weil wir uns fragen, wo dieses Bewusstsein ist. Warum werden Bauvorhaben im Auwald zugelassen. Warum wird ein Hochwasserschutzkonzept durchgesetzt, dass zu einem größtmöglichen ökologischen Schaden führt, warum werden Gräben im Auwald durch maschinellen Einsatz vertieft und vergrößert, dass sie wir Narben wirken und uns den Wald nehmen?

Wir verstehen, die Besorgnis der Bürger und die Angst vor einer Überschwemmung. Aber wir wenden uns dagegen, dass die LTV mit dieser Angst Politik macht und einen naturfeindlichen Kurs betreibt. Denn wir wissen, dass es andere Wege für einen vernünftigen Hochwasserschutz gibt. Möglichkeiten die billiger sind, ökologisch verträglicher und uns sicherer vor Hochwasser schützen.

Ökologisch vernünftiger Hochwasserschutz fängt am Oberlauf der Flüsse an, dort wo das Hochwasser entsteht.

Vor allem am Oberlauf der Flüsse müssen die einst vorhandenen Moore und artenreichen Wälder wieder so instant gesetzt werden, dass sie große Wassermengen speichern können. Diese Wasserspeicher brauchen wir auch, um uns gegen Wassermangel bei sommerlichen Hitzeperioden zu wappnen, die sich durch den Klimawandel häufen werden. Flußaufwärts von Leipzig brauchen wir in dünner besiedelten Gegenden große Überflutungsflächen. Das Hochwasser darf Leipzig gar nicht erreichen.

In Brandenburg wurde inzwischen begonnen einen anderen, naturverträglichen Hochwasserschutz zu realisieren. Ein Beispiel, welches Sachsens Umweltminister genauesten beobachten sollte.

Der Auwald er ist nicht erst seit heute bedroht, nicht erst durch den Unsinn der Landestalsperrenverwaltung und des Tornado Erlasses eines Umweltzerstörungsministers.

Viele haben es miterlebt, wie große Teile des Waldes der Kohle geopfert wurden und ein einst unberührtes Stück Natur unter den malenden Rädern von Schauffelradbaggern begraben wurden.

An jeden einzelnen von uns liegt es nun dafür zu sorgen, dass dieser Wald erhalten bleibt. An jeden einzelnen von uns liegt es, dass Wissen über die Einmaligkeit weiterzugeben und ein Bewusstsein für diesen Wald zu schaffen. Nicht nur Heute, sondern jeden Tag.

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AUFRUF zur Protestkundgebung- Für den Leipziger Auwald kämpfen!

Das kommentiere ich nicht weiter, sondern lasse es so stehen. Es ist Zeit zu handeln.

Der Aufruf des Ökolöwen http://www.oekoloewe.de/text,1446,Auwald_aktuell.html  zur Aktion.

AUFRUF zur Protestkundgebung- Der Auenwald braucht Wasser – keine Kettensägen! Für den Leipziger Auwald kämpfen!

Samstag 16. April um 14 Uhr an der Sachsenbrücke

(Clara-Zetkin-Park)

Nach Jahrzehnten kam es diesen Winter zu einem starken Hochwasser in Leipzig. Die Lokalnachrichten waren voll von einseitigen Meldungen über die Lage. Das Hochwasser war so stark, dass Mitte Januar ein alter Deichabschnitt im nördlichen Auwald absank. Dass dieser Abschnitt zum Problem werden konnte, war allen zuständigen Behörden lange bekannt. Doch erst jetzt sah sich die Landestalsperrenverwaltung (LTV) zum Handeln gezwungen, sägte sich den Weg zum Deich frei.

Die Gefahr zog an der Stadt vorüber, es kamen kein weiteres Hochwasser und keine Überschwemmungen. Die eigentliche Katastrophe trat dennoch ein: Die LTV wütete nun mit blindem Aktionismus auf 11 Kilometern der Leipziger Deiche und auf weiteren 10 km entlang der Luppe, weil sie ein starkes Frühjahrshochwasser befürchtete. Die ersten 5.000 von insgesamt 100.000 Bäumen sind gefällt, um den Tornado-Erlass des Umweltministers fachlich unkorrekt und gesetzeswidrig in die Tat umzusetzen. Das bestehende Hochwasserschutzkonzept, angefertigt nach dem letzten größeren Hochwasser, wurde seit 2004 weitestgehend ignoriert. Jetzt wird es in falscher Art und Weise umgesetzt – teuer, unökologisch und vor allem unwirksam. Und was bleibt davon, jetzt im Frühling? Kein Hochwasser, keine Bäume und nur Verwüstung weit und breit. Fast zehn Jahre sind vergangen, in denen LTV und Stadt Leipzig nichts taten, um zu einem zeitgemäßen Konzept zu kommen. Zehn Jahre, in der wirkungsvolle, wichtige Maßnahmen unterlassen wurden.

Fakt ist, selbst neue und höhere Deiche an den gerodeten Bereichen werden Leipzig NICHT vor Überschwemmungen schützen. Darüber hinaus wurden überwiegend Deiche gerodet, von denen laut bestehendem Hochwasserschutzkonzept keine Gefahr für Leib und Leben ausging, die dafür aber wichtige Polderflächen behindern. Dieser Sachverhalt ist der LTV bekannt! Für den Auenwald ist dieses Vorgehen in doppelter Hinsicht hoch problematisch. Zum einen ist der Auenwald eine natürliche Vegetationsform und entstand auf Arealen die regelmäßigen, periodische Überschwemmungen ausgesetzt waren. Heutzutage sind Auenwälder so stark vernichtet, dass diese strengstens durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind. Der neuerliche Verlust weiterer 15 Hektar ökologisch wertvollster Fläche ist für das Gebiet eine ökologische Katastrophe. Zum anderen schützen die Deiche vor allem den Auenwald vor Wasser. Doch der braucht zum Überleben vor allem periodische Überflutungen!

Normales, alle 5 Jahre auftretendes Hochwasser reicht völlig aus, um das Leipziger Auensystem auf natürliche Art und Weise zu erhalten. Würde der Wald als natürliche Überschwemmungsfläche dienen, könnte er die Stadt und Siedlungen flussabwärts wirksam vor besonderen Hochwassern schützen und hätte gleichzeitig die Chance, als Auenwald zu überleben. Wenn jetzt durch falschen Deichanlagenbau vollendete Tatsachen geschaffen werden, stirbt der Auenwald! Tausende Bürger sind betroffen: Spaziergänger, Naturliebhaber, Kinder und vor allem die Menschen, die in der Nähe von Flüssen und Kanälen leben. Sie alle, uns alle, geht ein sinnvoller, wirkungsvoller und mit Augenmaß betriebener ökologischer Hochwasserschutz an.

Deshalb fordern wir unter anderem:

· Sofortiger Stopp und Offenlegung aller Planungen zu kommenden Fällungen!

· Ein ökologisch sinnvolles und nachhaltiges Hochwasserschutzkonzept

· Den Auenwald als natürlichen Polder nutzen und periodische Überschwemmungen zulassen!

· Ausgleich und Ersatz! Die Pflanzung von mindestens 45 Hektar neuem Auenwald!

· Ein Bekenntnis der Stadt Leipzig zum umfassenden Schutz des Auenwalds.

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Leipzger Auenwald - Protest ist notwendig

Das Ökosystem Auwald, insbesondere der Leipziger Auenwald, ist bedroht die Argumente wurden vielfach schon dargestellt und ausgetauscht. Insbesondere der Ökolöwe hat sich hier wiederum verdient gemacht. Alles weitere unter: http://www.oekoloewe.de/Auwald_aktuell.html

Die Aufgabe bestand mithin darin kurzfristig aktiv zu werden und eine Kampagne zum Thema zu initiieren. Dies soll mit der vorliegenden Postkarte gelingen. Die Frontseite, in der Gestaltung von http://revolter.info ist dabei fast schon ein wenig zu altmodisch gehalten und greift auf den beliebten, hier aber passenden Bezug, zur Trauerschleife zurück. Die Rückseite macht den Adressaten der Aktion deutlich. Denn bis zum Herbst ruhen die Arbeiten und spätestens jetzt sollte allen daran gelegen sein, ein zukunftsfähiges vor allem aber nach nachhaltig ökologisches Hochwasserschutzkonzept zu entwickeln. Sollten die bislang angekündigten Maßnahmen durchgeführt werden, droht das einmalige Auensystem Leipzigs irreparablen Schaden zu nehmen. Schon jetzt ist das Wasserregime gestört.

Die Aktion soll eine einfache Möglichkeit darstellen um Bürger für ihren Wald zu sensibilisieren und eine Möglichkeit geben ihren Unmut Ausdruck zu verleihen. Am Wochenende wird dazu eine Protestaktion durchgeführt. Alles weitere zur Aktion dann in den kommenden Tagen.

(download)

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Rede zum Thema Auwald Leipzig

Liebe FreundInnen und Freunde,

mit unserem Leitantrag zur heutigen MV wollen wir uns mit einem Thema beschäftigen und auseinandersetzen, von dem man annehmen müsste, dass es eigentlich in einer Stadt wie Leipzig kein Thema mehr sein sollte- mit dem Auwald. Mit einem Gebiet, dass Europaweit in seiner Art einmalig ist, dass Leipzig weit stärker prägt als die wirren Ideen von einem Logistikstandort oder eine Sportstadt. Und dennoch handelt es sich um ein Thema, dass mitunter ein Nischendasein fristet und wir stellen fest, dass der Auwald gefährdet ist.

Man sollte annehmen, dass es ein Bewusstsein dafür gibt, was dieses Stück Natur für die Stadt bedeutet. Verfolgt man die lebhaften Diskussionen und Proteste der Bürger der Stadt sobald im Frühjahr wieder Maßnahmen des Stadtforstes durchgeführt werden und Bäume entnommen werden, könnte man zum Schluss kommen, dass es dieses Bewusstsein auch in der Stadtverwaltung gibt.

Aber betrachtet man dann die andere Seite, die Seite der Stadtverwaltung und der bestehenden Verfahren, gerät man in Zweifel. Gerät man in Zweifel darüber, ob es begriffen wurde, welch Juwel in Leipzig existiert.

Und das betrifft nicht nur das Verfahren zum Thema RB Leipzig, welches uns Sorgen macht, dass betrifft auch die Art und Weise wie Probleme innerhalb der Stadtverwaltung kommuniziert werden.

Wenn der Umwelt- und Ordnungsbürgermeister Herr Rosenthal bei der Ansiedlung von RB Leipzig, äußert, dass hier eine einmalige Chance für die Sportstadt Leipzig liege, dann verwundert uns das nicht nur, dann verärgert uns das. Denn so wichtig und richtig wie Ansiedlungen für den Standort auch sein möge, so gehört doch Klarheit dazu zu erkennen, dass Leipzig keine Sportstadt mehr ist und eine Bebauung im Auwald im Mindestmaß gründlichste überprüft werden muss. Aber dazu erfolgten zunächst keine Äußerungen.

Und noch etwas verwundert uns an dieser Stelle, dass die Umweltverbände in Leipzig offenbar ein nicht allzu hohes Ansehen genießen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Förderung der Umweltverbände marginal ist und die Verbände regelmäßig erst dann unterrichtet und einbezogen werden, wenn die Beschlüsse in der Stadtverwaltung schon gefasst wurden. Gerade aber das Beispiel Stuttgart 21 hat gelehrt, dass die formellen Beteiligungsverfahren eben nicht ausreichen um echte Beteiligung herzustellen und einen demokratischen Konsens zu erreichen. Und so verwundert es dann doch, wenn der Umweltbürgermeister auf einer Pressekonferenz konstatiert es wäre sinnvoller gewesen die Umweltverbände und Bürger frühzeitiger mit in das Verfahren (RB Leipzig) einzubinden. Denn die Forderungen genau dies zu tun, besteht nicht erst seit gestern.

Worum es uns aber eigentlich geht ist es, dass Thema wieder stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und gemeinsam mit Bürgern und Verbänden in die Diskussion einzutreten, wie wir den Auwald zukünftig stärker schützen und entwickeln können.

Und dabei vertreten wir keinen umweltpolitischen Fundamentalismus.

Aber, und das ist der erste Punkt unseren Antrags, wir verstehen nicht, warum in Leipzig, einer Stadt die auch im innerstädtischen Bereich über ausreichend Brachflächen verfügt immer wieder Bauverfahren am oder im Auwald ausgeschrieben werden.

Und wir verstehen schon gar nicht warum, dann die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen nicht für den Schutz des Auwaldes eingesetzt werden.

Dass heißt wir legen hier einen Kriterienkatalog vor, welches die Bedingungen sind, nach denen überhaupt nur im Einzelfall überhaupt eine Bebauung möglich ist.

Aber an einer Stelle sagen wir es auch ganz deutlich, Straßenbauvorhaben im Auwald wird es mit uns nicht geben, darf es nicht geben. Wer immer noch Straßen bauen will um Verkehrsprobleme zu lösen, der hat nichts begriffen, der verschließt sich den seit mehr als 20 Jahren geführten Debatten.

Und auch beim Thema Hochwasserschutz vertreten wir eine andere Meinung. Vertreten wir eine dezidiert andere Meinung als der sächs. Umweltminister mit seinem Tornado Erlass und seine willfährigen Helfer der LTV.

Denn wenn jetzt aktuell mehr als 4500 Bäume im Auwald gefällt werden um einen technisch verstandenen Hochwasserschutz umzusetzen, dann ist das eine ökologische Katastrophe. Wenn damit argumentiert wird, dass 150 Jahre alte Eichen die Standsicherheit gefährden, dann wird deutlich, dass die Denkfähigkeit im Ministerium nicht nur gefährdet sondern offensichtlich schon irreparabel geschädigt ist.

Dass es auch anders gehen kann, beweisen Beispiele aus Brandenburg. Dort wird versucht Deiche zurückzusetzen und dem Hochwasser dort zu begegnen, wo es auftritt am Oberlauf der Flüsse.

Und ganz nebenbei haben wir mit dem Auwald ein natürliches Überschwemmungsgebiet. Deiche die nichts schützen, werden nicht gebraucht. Und wer im Überschwemmungsgebiet Bauflächen ausweißt und baut, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann erst der Keller und das restliche Haus volllaufen.

Wir sagen ja zum Tourismus, weil wir der Meinung sind, das der Mensch nur das bewahren kann über das er Kenntnis erlangt, dass er begreift. Aber wir sagen ganz klar nein zu einem Tourismus, der die Natur als Ware begreift, ausbeutet und letztlich zerstört. Und deswegen sagen wir auch, ja wir wollen und können uns Tourismus vorstellen, aber wer davon träumt, vom Cospudener See mit dem Motorboot quer durch den Auwald zu düsen, der hat nicht nur den Schuss nicht gehört, der hat auch nichts begriffen. Denn die Anziehungskraft des Auwaldes liegt maßgeblich auch darin begründet, dass er, obwohl jedes Jahr Eingriffe stattfinden und stattfinden müssen, an vielen Stellen Naturbelassen wirkt. Was wir daher brauchen ist ein naturnaher aber vor allen Dingen naturverträglicher Tourismus.

Und dabei sind wir durchaus der Meinung, dass gerade im touristischen Bereich noch unerschöpfte Potentiale liegen. Denn zu einer Kulturstadt Leipzig, gehört auch der Umgang mit ihren Kulturgütern, mit ihrem Schatz Auwald.

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Gemeinsame PM der Leipziger Umweltvereine zum RB-Trainingsgelände

Click here to download:
Offener Brief Red Bull.pdf (347 KB)
(download)

Das nehme ich als BUND Vorstandsmitglied mal unkommentiert auf..


PRESSEMITTEILUNG

Forderungen der Leipziger Umweltverbände zum Red Bull-Trainingszentrum an die Stadt Leipzig

Drei Leipziger Umweltverbände stellen in einem gemeinsamen Offenen Brief Forderungen bezüglich des Red Bull-Trainingszentrums und wollen den Planungsprozess kritisch begleiten.

Die Leipziger Umweltverbände Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V., BUND Regionalgruppe Leipzig und der NABU Regionalverband Leipzig e.V. haben sich auf einen Forderungskatalog bezüglich des geplanten RB-Trainingszentrums am Cottaweg verständigt. Der Offene Brief wurde am 28. Januar 2011 dem Leipziger Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal übergeben, soll den Planungsprozess kritisch begleiten und damit die Belange des Naturschutzes durchsetzen. Nach wie vor besteht unter den Umweltverbänden die Auffassung, dass dieser Standort für das geplante Trainingszentrum unter Naturschutzaspekten äußerst ungünstig ist und andere Standorte vorzuziehen wären. Nur wenn die Forderungen in den derzeit zu erstellenden Bebauungsplan einfließen, können die benannten Vereine einem Trainingszentrum an dieser Stelle zustimmen.

„Um die Auswirkungen des Projekts genau beurteilen zu können, bedarf es einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung, die auch großräumig die Störwirkung auf die angrenzenden Areale und hier vor allen Dingen das SPA-Gebiet „Leipziger Auwald" untersucht und sich an die festgelegten Vorgaben hält.“, sagt Markus Kellermann, Koordinator für den Bereich Umweltschutz der BUND Regionalgruppe Leipzig. „Perspektivisch muss dabei geklärt werden, wie der Biotopverbund an dieser Stelle gestärkt werden kann, wenn RB diesen mit dem Trainingszentrum blockiert. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist schon deshalb zwingend notwendig, weil sich ein überwiegender Teil des Plangebietes im Außenbereich befindet. Sollten die Ergebnisse der Umweltprüfung eine nachweisbar deutliche Verschlechterung aufweisen, muss das Projekt beendet werden können.", so Kellermann weiter.

„Dies bedeutet, dass die Ausgleichsmaßnahmen vor Ort stattzufinden haben und nicht irgendwo in der Peripherie Leipzigs. Sie müssen vor allem der Stärkung des Biotopverbunds innerhalb des Auwalds dienen.“, erklärt Enrico Vlach, umweltpolitischer Sprecher des Ökolöwen. „Es muss im Bebauungsplan klargestellt werden, dass es zu keinen weiteren Bebauungen in der Umgebung kommen darf und langfristig die umliegenden Flächen als Renaturierungsflächen ausgewiesen werden.“

Der RB hat angekündigt, dass der zweite Bauabschnitt das Projekt abschließt und keine weitere Vergrößerung des Trainingsgeländes geplant ist. Es darf zu keinem Straßenausbau in der näheren Umgebung kommen. „Für ein Trainingszentrum dieser Größe reicht die Zufahrt über den Cottaweg vollkommen aus. Weder Erich-Köhn-Straße noch ein anderer Straßenausbau lässt sich mit dem Bauvorhaben rechtfertigen und ist deshalb abzulehnen. Außerdem muss die Anzahl der Stellflächen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden, um Verkehr zu vermeiden.“, sagt Dr. Leonhard Kasek, Vorsitzender des NABU Regionalverbands Leipzig e.V.

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