Jürgen Kasek

eratischer Eskapismus

"25 Jahre Tschernobyl - Bündnis ruft zur Demonstration gegen Atomkraft auf dem Augustusplatz auf"

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Für den 26.04.2011 ruft ein breites Bündnis zu einer Demonstration gegen Atomkraft auf dem Leipziger Innenstadtring auf. Beginn ist 18 Uhr auf dem Augustusplatz. Die Veranstaltung endet mit der Vorführung des Films „Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen“ gegen 20 Uhr wieder auf dem Augustusplatz. Die Demonstration findet auf den Tag genau 25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl statt.

„Auch 25 Jahre nach dem Super-GAU und vielen weiteren Beinahe-Katastrophen, wie 2006 im schwedischen Forsmark oder 1979, 1983 und 2009 im amerikanischen Harrisburg, ist die Gefahr Atomkraft nicht gebannt.
Spätestens seit dem 11.03.2011, als es im japanischen Fukushima zum zweiten atomaren Super-GAU der Geschichte kam, muss klar sein, dass es keine Sicherheit geben kann. Mit unserer Demonstration wollen wir darauf aufmerksam machen und die Zeichen für einen sofortigen Atomausstieg setzen“, erklärt Sandra Post vom Bündnis das Anliegen der Demonstration.
„Die richtige Schlussfolgerung aus den vielen Zwischenfällen und insbesondere der Katastrophe von Tschernobyl hätte längst gezogen werden müssen. Die langfristigen Folgen für Umwelt und Gesundheit, sowie der sozioökonomische Aspekt muss nun endlich von den Regierungen bei der Gestaltung ihrer Energiepolitik umfassend anerkannt und berücksichtigt werden.“, stellt Mike Nagler, der attac im Bündnis vertritt, fest. Gerade die Reaktionen der Bundesregierung machen deutlich, dass mehr Druck durch die Bevölkerung entstehen müsse um ein Handeln zu erzeugen.
Alexander John, Sprecher der Klima-Allianz, wies daraufhin, dass der Atomausstieg nur ein Teilschritt, obgleich
ein entscheidender, in Richtung postfossile Zukunft sei. „Unser Ziel ist es nicht, durch einen sofortigen Atomausstieg die anderen fossilen Energiequellen wieder zu beleben“, so John. „Es wird ganz deutlich, dass eine Zukunft ohne fossile Energieträger möglich ist - und das bereits in den nächsten Jahrzehnten.“
Jürgen Kasek, der die Demonstration angemeldet hat, zeigte sich zuversichtlich über die erwartete Teilnehmerzahl und den Ablauf. „Wir rechnen mit mehreren Hundert Menschen, die mit uns zusammen demonstrieren.“, so Kasek.
Zur Demonstration rufen inzwischen nicht nur die Parteien SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN groß auf, sondern auch die Umweltverbände, Gewerkschaften und Kirchen unterstützen die Veranstaltung. So wird bei der Zwischenkundgebung an der Thomaskirche unter anderem Thomaskirchpfarrer Christian Wolff sprechen. Auch Gruppen aus Halle und Dresden haben sich inzwischen angekündigt. Neben den Redebeiträgen wird es musikalische Beiträge von verschiedenen Sambagruppen und einer Band aus Halle geben.
Zu Beginn des Aufzugs soll durch eine Performance an die Katastrophe von vor 25 Jahren gedacht werden. Das Bündnis ist bundesweit vernetzt. Bereits am Montag, dem 25.04. finden deutschlandweit Proteste an 12 Atom-Standorten statt.


Koordinatoren des Bündnisses: Alexander John, Sandra Post, Mike Nagler, Jürgen Kasek, Steve Bormann, Torben Ibs, Manuela Lagrange


Weitere Informationen gibt es auch unter http://antiatom.wordpress.com


Unterstützer: Ökolöwe, Attac Leipzig, Klima-Allianz Leipzig, B.U.N.D. Leipzig, Naturschutzbund Leipzig,
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Leipzig, DIE LINKE Leipzig, SPD Leipzig, Jusos Leipzig, Grüne Jugend Leipzig,
Linksjugend Leipzig, linxxnet Leipzig

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Plakat Tschernobyl

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Ganz nebenbei möchte ich noch auf die hervorragende Arbeit von http://revolter.info zum Thema 25 Jahre Tschernobyl hinweisen. Die Aufgabe bestand darin, ein Plakat zu konstruieren, das die aktuellen Geschehnisse reflektiert und gleichzeitig die Brücke in die Vergangenheit schlägt. Im Ergebnis gelingt dies dadurch, dass der Hintergrund, weiß mit rotem Kreis in der Mitte, an die japanische Flagge erinnert während im Vordergrund zwei Männer in Strahlenschutzanzügen und Geigerzähler erscheinen. In der Bildmitte – ein schon fast klassischen anmutendes Motiv des havarierten Reaktors in Tschernobyl. Auch die textliche Gestaltung ist nach einiger Abstimmungszeit, insbesondere darüber welches Wort genommen werden soll, gut gelungen.

Insgesamt eine überzeugende Bildkomposition zum Thema.

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Rede Mahnwache Woche 4

Mahnwache 4. Woche, Atomkraftwerke abschalten

Ein Monat ist seit dem 11.03.2011 vergangen. Ein Monat, indem sich für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Japan richtete und Anteil nahm an dem Schrecken, den erst das Erdbeben mitsamt Tsunami und dann die Reaktorkatastrophe in Fukushima brachten.

Erst am vergangenen Donnerstag gab es erneut ein schweres Nachbeben. Wieder starben Menschen und wieder kam es zu Problemen in japanischen Atomreaktoren. Und auch vor wenigen Stunden ist es in Japan zu einem erneuten Beben gekommen und wieder setzten im havarierten Reaktor von Fukushima I die Pumpen aus, wieder traten Probleme auf.

Auch wenn diesmal durch die neuen Beben weitere nukleare Katastrophen bislang ausgeblieben sind, so ist doch klar und wird immer klarer, dass es keine Sicherheit geben kann. Daher kann die Schlussfolgerung nicht sein, dass nur die Reaktoren sicherer gemacht werden müssten, um die Technik sicher zu machen.
Bislang sind die Folgen des Reaktorunglücks relativ begrenzt. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass in Fukushima bis jetzt etwa ein Zehntel des radioaktiven Materials freigesetzt wurde, das beim Tschernobyl-Unglück 1986 in die Umwelt gelangt war. So schreibt Die Zeitung „Spektrum der Wissenschaft“:

„Günstige Winde haben das meiste davon hinaus auf den Pazifik geweht. So gab die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien letzte Woche bekannt, dass sich radioaktive Isotope aus Fukushima mittlerweile über die gesamte Nordhalbkugel verteilt haben – insgesamt gingen außerhalb Japans jedoch nur vernachlässigbare Mengen an Radionukliden wie Jod-131 und Zäsium-137 nieder. Beide Isotope bilden den größten Teil der "radioaktiven Wolke". Von Tschernobyl aus breitete sich dagegen der Fallout über große Teile Europas aus.

ZAMG

Aus den beschädigten Reaktoren von Fukushima gelangen jedoch immer noch radioaktive Elemente in die Umwelt. Auch wenn es gelingt, diese Emissionen zu stoppen, die langfristigen Folgen für Japan hängen vor allem davon ab, welche und wie viele radioaktive Isotope an Land niedergehen. Besonders die Zäsium-137-Konzentration entscheidet wesentlich darüber, welche Gebiete zukünftig erst einmal nicht mehr bewirtschaftet oder bewohnt werden dürfen: Das Isotop besitzt eine Halbwertszeit von 30 Jahren.


Am letzten Sonntag meldete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass in 16 von Japans 47 Regierungsbezirken täglich weniger als 860 Becquerel pro Quadratmeter (Bq/m2) Jod-131 und rund 100 Bq/m2 Zäsium-137 niedergingen – zum Vergleich: Nach Tschernobyl gingen in Teilen Süddeutschlands bis zu 100 000 Bq/m2 Radionuklide nieder. Zwischen dem 18. und dem 25. März hatte sich zudem in 28 Bezirken die Radioaktivität nicht erhöht, wie die IAEA weiter berichtet. Unmittelbar nordwestlich von Fukushima, in der Präfektur Yamagata, maß die Behörde jedoch eine deutlich stärkere Kontamination: 7500 Bq/m2 Jod-131 und 1200 Bq/m2 Zäsium-137 – beides übersteigt weit die maximalen Grenzwerte für den Anbau von Blattgemüse. Für Fukushima selbst lagen noch keine Ergebnisse vor, doch kann man dort ebenfalls hohe Strahlendosen erwarten.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO kommt ihren Pflichten einer umfassenden Information und Aufklärung nicht nach. Der Grund ist ein Abkommen mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) aus dem Jahr 1959, nach dem die WHO in Atomfragen nicht ohne die Zustimmung der IAEA veröffentlichen darf. Wieder einmal wird die Macht der Atomlobby deutlich. Eine Macht, der wir uns entgegenstellen.

Der radioaktive Zerfall wird mit der Halbwertszeit gemessen und beschrieben. Es gibt physikalische, biologische und politische Halbwertszeiten - die politischen Halbwertszeiten sind die kürzesten.

Vier Wochen nach dem Beginn der Katastrophe hat sich auch die Debatte in Deutschland gewandelt. Nach dem Schrecken und der Erklärung den Atomausstieg jetzt angehen zu wollen, folgt inzwischen der ideologische Rückzug.

Schon haben die AKW-Betreiber erklärt, kein Geld mehr in den Öko-Fonds zahlen zu wollen. Schon hat RWE Klage gegen das Moratorium eingereicht und auch die zunächst kleinlauten Kernkraftfans von CDU und FDP wagen sich wieder in die Öffentlichkeit.

Vor zwei Wochen hätten es RWE, ENBW, EON und Vattenfail nicht gewagt die Zahlungen an den Öko-Fonds einzustellen. Nur zwei Wochen später gewinnen die Monopolisten des Untergangs wieder Hochwasser und kämpfen um ihre Profite.

Auch die Politik hat sich gewandelt. Noch eben hat der FDP Generalsekretär Christian Lindner erklärt, dass Schluss sein müsse mit der Atomkraft, nunmehr erklärt er ein sofortiges Ende wäre unmöglich. Volker Kauder, Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, warnt vor einem Atomausstieg Hals über Kopf.

Am dreistesten ist die Wende in der sächsischen FDP, die noch vor der Verlängerung der Laufzeiten durch ihren Wirtschaftsminister Morlok erklären ließ, dass das Energiekonzept und die Förderung der Atomkraft Gift für die heimische Braunkohle wäre. Nach Fukushima und der zweifachen Kehrtwende des FDP Generalsekretärs erklärt der FDP Landesvorsitzende, dass man unbedingt an der Kernkraft festhalten müsse und die Nachwuchsorganisation der FDP organisiert Fahrten in heimische AKWs, um die Sicherheit zu beweisen. Eine Sicherheit, die sich in Zwischenfällen auch in Deutschen AKWs jeden Tag realisiert. Die sächsische Landesregierung hat offenbar überhaupt keine Probleme damit, wenn der tschechische Reaktor von Temelin, der nicht einmal ansatzweise den laufenden Sicherheitsstandards entspricht, ausgebaut werden soll.

Und alle hoffen sie, dass die öffentliche Aufmerksamkeit zerfällt, dass es wieder andere Themen sind, die die Menschen bewegen. Aber es kann und wird keine Rückkehr mehr geben.


Als Bündnis gegen Atomkraft, als Teil der weltweiten Anti-Atomkraft Bewegung erklären wir, wir werden euch den Rückweg abschneiden. Für Atomkraft und ihre Befürworter wird es kein sicheres Hinterland mehr geben.

http://revolter.info

http://antiatom.wordpress.com

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Rede Mahnwache 4.4. Leipzig, Japan

Die Fukushima-Ticker sind ausgeschaltet, die Schlagzeilen haben sich verändert. Die Flut an Nachrichten hat uns von der Reaktorkatastrophe hinweggetrieben. Wir sind weniger geworden, der Schrecken hat nachgelassen, ist dem Gleichklang gewichen. Dem Gleichklang einer zunehmenden abgestumpften Welt, in der wir nur noch Konsumenten sind. Wir dürfen und können dennoch nicht vergessen was geschehen ist. Zu groß sind die Auswirkungen der Explosionen in Fukushima, die vor zwei Wochen live auf allen Kanälen zu sehen waren.
Die Zeitrechung ist seit dem 11.03.2011 eine andere.

11. März (Tag 1)
14:46 Uhr: Japan wird im Nordosten vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Kurz darauf folgen zwei bis zu 23 Meter hohe Flutwellen.

Die Nachrichtenlage aus Japan, sie bleibt bedrohlich. Inzwischen wissen wir, dass es über 11.500 bestätigte Tode gegeben hat, während 15.000 weiterhin als vermisst gelten. Durch das Beben wurden Fabriken zerstört, durch Schäden an Atomkraftwerken kam es zu Engpässen in der Stromversorgung, wodurch wiederum Produktionsketten unterbrochen wurden. Die Menschen in Japan ? ihnen bleibt nichts anderes übrig als die Angst zu ertragen.

12. März (Tag 2)
14:00 Uhr: Die Atomsicherheitsbehörde teilt mit, dass in Fukushima I möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe. Eine Stunde später kommt es zu einer ersten Wasserstoffexplosion im Reaktorblock 1, bei der das Dach und die Wände zerstört werden, wodurch auch Arbeiter verletzt wurden. Die Strahlenwerte in der Umgebung beginnen laut Angaben der Regierung zu steigen.

Der Betreiber des Atomkraftwerkes in Fukushima dokumentiert seine Hiflosigkeit. Die Versuche mittels Wasserwerfern die Brennelemente zu kühlen, wirkt hilflos. 11.500 t kontaminiertes Wasser sollen kontrolliert in den Ozean abgelassen werden, mit einer Strahlenbelastung, die hundertfach über den zulässigen Wert liegt. Im Reaktor zwei ist ein Leck in einem Kabelschacht entdeckt wurden. Die Versuche das Leck mittels Beton, Sägespänen und Zeitungspapier zu schließen, sind gescheitert. Selbst die japanische Regierung räumt ein, dass die Behebung aller Schäden und die Verschließung aller Lecks noch Monate dauern kann. Der Betreiber TEPCO plant inzwischen die weniger havarierten Meiler wieder ans Netz zu nehmen. Es sind Nachrichten, die uns fassungslos machen, die uns ungläubig ob des Wahnsinns zurücklassen.

14. März (Tag 4)
Gegen Mittag ereignet sich erneut in dem Katastrophen-AKW eine Wasserstoff-Explosion, diesmal in Reaktor 3. Wieder werden Menschen verletzt.
Ein erster Versuch, den Reaktor 2 mit Meerwasser zu kühlen, ist fehlgeschlagen.
Am Abend räumt der japanische Regierungssprecher Edano ein, dass in drei Reaktoren Kernschmelzen drohen. Außerdem sei im Areal um das AKW erhöhte Radioaktivität festgestellt wurden.
(Anm. d. Verf.: man beachte den Widerspruch!)

Wir stehen hier, weil wir mahnen wollen, weil uns das Geschehene schmerzhaft die Fehlbarkeit des Menschen vor Augen führt. Und wir stehen hier, weil wir den Eindruck haben, dass nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus der Atomkatastrophe gezogen werden.

Nach Meinung des Direktors der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) stellt die japanische Atomkrise eine große Herausforderung dar und wird enorme Folgen für die Atomkraft haben. Die Weltgemeinschaft könne nicht wie bisher weitermachen, es müsse mehr für die Erhöhung der Sicherheit von Atomkraftwerken getan werden, um das Risiko zukünftiger Katastrophen wie in Fukushima-Daiichi zu verringern, sagte IAEA-Direktor Yukiya Amano am Montag.

Dass es ausreiche, die Sicherheitsstandards zu erhöhen, um AKWs vor unvorhergesehenen Beben in einer von Erdbeben hochfrequentierten Region zu sichern, kann nur als reiner Zynismus abgetan werden.

27. März (Tag 17)
Tepco meldet, im Wasser des Reaktors 2 sei die Radioaktivität auf einen Wert von zehn Millionen Mal über normal (Anm. d. Verf.: bez. auf Meerwasser) gestiegen. Kabinettssekretär Yukio Edano sagte, das extrem radioaktiv verseuchte Wasser stamme ?nahezu sicher? aus einem Reaktorkern, wahrscheinlich durch einen Riss in der Schutzhülle.


Bislang herrschte auch in Japan der Glaube vor, dass Mensch nicht ohne den Strom aus der Atomkraft leben kann. Gerade das Verhältnis zwischen Politik und der Atomwirtschaft scheint ein inniges zu sein. So schreibt die Süddeutsche Zeitung:

Den Atomkonzernen kam zudem ein spezielles Verhältnis einiger japanischer Wirtschaftszweige zur Politik zugute: Hohe Beamte können damit rechnen, nach ihrer Pensionierung von Firmen, die sie zuvor überwacht haben, hochbezahlte Berater-Jobs zu erhalten. "Amakudari" heißt diese institutionelle Korruption, "vom Himmel gestiegen". Doch anders als die parastaatliche Kernenergie können die von der Privatwirtschaft entwickelten Alternativ-Energien kaum Amakudari-Jobs anbieten. Deshalb sind ihre Konzepte für Beamte unattraktiv. Bei Windenergie hinkt das windreiche Japan sogar den USA hinterher. Weltweit wird derzeit zwei Prozent des Stroms aus Wind gewonnen, in Japan nur 0,4 Prozent.

Der Ausbau von alternativen Energien, er hat in Japan noch nicht einmal begonnen, weil die Atomwirtschaft diesen bewusst verhindert hat.
Erst am 28. März, dem Tag 18 der Katastrophe, räumt die japanische Regierung eine Kernschmelze in Reaktorblock 2 ein. Diese habe wahrscheinlich schon kurz nach dem Tsunami begonnen.
Zum ersten Mal wurde am Montag auch außerhalb des Gebäudes von Reaktor 2 stark radioaktives Wasser entdeckt. In mehreren Kontrollschächten eines unterirdischen Kanals, der aus dem Turbinengebäude des Reaktors hinausführt, habe sich verstrahltes Wasser angesammelt, teilte ein Tepco-Sprecher mit. Die Radioaktivität betrage 1000 Millisievert pro Stunde.

Tage sind seitdem vergangen. Tage in denen der Zynismus zugenommen hat. Auch wir tragen eine Verantwortung. Jeder einzelne von uns.
RWE hat inzwischen eine Klage gegen die Abschaltung von Biblis I eingereicht. Die Bundesregierung hat nach wie vor keine überzeugende Antwort vorgelegt.
Eine Antwort die wir kennen. Eine Antwort, die wir - anders als die Apologeten der Atomkraft - auch mit den besseren Argumenten zu unterfüttern wissen. Eine Antwort die nur sein kann ?
Abschalten.

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Posted April 5, 2011

Rede zur Mahnwache am 28. März 2011- 17 Tage nach Fukushima

Wir beginnen die Tage zu zählen. Die Katastrophe von Japan ist Bestandteil der Geschichte geworden. Einer Geschichte, die nicht abgeschlossen ist, nicht beendet ist. Der Schrecken hat nachgelassen, ist fast zum Alltag geworden. Das Rat der Zeit, es dreht sich weiter.

Am 11.03.2011 bebte die Erde, es folgte ein Tsunami und das, was darauf folgte, ist die Katastrophe nach der Katastrophe - der atomare Schrecken, der uns so fremd war, so abstrakt, ist wieder zurückgekehrt. Nicht nur hier, nein, überall, weltweit.

25 Jahre nach Tschernobyl hat der atomare Schrecken einen neuen Namen - Fukushima

Das, was wir wissen aus Japan, von den Menschen, von den Überlebenden, von den Opfern, hinterlässt auch bei uns weit entfernt, trotz aller Unterschiede, ein Gefühl des tiefen Mitgefühls.

Inzwischen sind über 9000 Menschen offiziell für tot erklärt worden. Über 14.000 werden weiterhin vermisst, werden wohl nie mehr auftauchen. Neben der Kälte in Japan, zum Winter und Frost, kommt für die Menschen nun immer mehr auch die Angst, die Angst aus der Luft und dem Wasser, die Angst vor der radioaktiven Strahlung. 8 Gemüsesorten sind inzwischen als bedenklich eingestuft, das Trinkwasser ist zum Teil kontaminiert und der Strom wird knapp.

Gestern hat die japanische Regierung offiziell eingeräumt, was nicht mehr zu leugnen war. In Fukushima findet eine Kernschmelze statt. Die aktuellen Werte und Aussagen belegen das Ausmaß der Katastrophe. Doch nach wie vor wird verschleiert. Von Seiten des Betreibers werden immer wieder Dementis gestreut und werden nur zögerlich Informationen preisgegeben.

Der Chef der IAEA äußerte sich, dass das Ende des Unfalls noch in weiter Ferne liege. Und auch in Japan werden die Menschen wütend. Wütend, da sie sich allein gelassen fühlen mit der Angst, weil die Informationen nur zögerlich fließen. Und so waren es auch am Wochenende wieder mehrere Hundert, die in Tokio gegen Atomkraft protestiert haben. Von Woche zu Woche werden es mehr.

Zur Tatsache, dass inzwischen eine sehr starke radioaktive Verstrahlung mit Cäsium 137 und Iod 131 festgestellt wurde, die im pazifischen Ozean den Grenzwert um das 1250 fache übersteigt, partiell sogar um das 2000fache, kommt dazu, dass nunmehr auch freie Neutronen festgestellt wurden und damit eine Kontamination mit Plutonium und Uran als sicher gelten kann.

Die Lage ist dabei weit entfernt unter Kontrolle zu sein. Die ganze Hilflosigkeit beim Umgang mit diesem Unfall, sie wird uns jeden Tag vor Augen geführt. Nachdem am Anfang versucht wurde, die Brennelemente mit Meerwasser zu kühlen, sind diese Versuche nunmehr gestoppt wurden, da sich zum Teil bis zu 45 t Salz um die Brennstäbe gelegt haben und diese nun isolieren und damit eine effektive Kühlung verhindern. Zusätzlich ist inzwischen massenhaft kontaminiertes Wasser in den Pazifik gelaufen und läuft weiter. Die einzige Hoffnung, sie besteht darin, dass sich das kontaminierte Wasser schnell verdünnt und zumindest Iod 131 eine kurze Halbwertszeit hat.

Und ebenso ist inzwischen allen klar, dass es nach der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren zu einem zweiten Unfall in dieser Größenordnung gekommen ist – Fukushima.

Der Alptraum ist wahr geworden. Ein Alptraum einer Menschheit, die sich in der Lage fühlte, die Natur zu beherrschen. Nein, der Mensch, er hat versagt, hat sich überschätzt, wieder einmal. Wieder einmal mit katastrophalen Folgen.

Heute auf den Tag genau kam es im amerikanischen Harrisburg zu einer partiellen Kernschmelze. Zum ersten Mal realisierte sich damit ein Restrisiko, welches bei dieser Technologie nur alle zehntausend Jahre auftreten sollte.

Am 26.04.1986 kam es zur Katastrophe von Tschernobyl, dem ersten atomaren Super-GAU. Und heute stehen wir hier, zittern mit, sind voller Sorge und auch Wut, weil sich das Restrisiko ein drittes Mal verwirklicht hat.

Wir wollen nicht diskutieren, wir sind nicht die Apologeten des Untergangs, aber wir weisen daraufhin, dass eine Technologie, die im Schnitt aller zehn Jahre zu einem Super Gau führt, nicht sicher ist, niemals sicher sein kann, egal was man uns versucht zu erklären.

Japan mahnt uns und ist uns Aufforderung zu gleich. Eine Aufforderung zum Handeln. Aber dieses Handeln beginnt zu erst in den Köpfen. Bedeutet auch für uns, dass ein Umdenken erforderlich ist. Dass es kein höher und schneller mehr geben kann. Dass wir uns als Menschen bremsen müssen, dass wir sparsamer mit den kostbaren Ressourcen sein müssen, die uns die Natur geschenkt hat.

Und es reicht auch nicht zu fordern, dass wir nur in Deutschland aus der Atomenergie aussteigen. Strahlung macht vor Ländergrenzen keinen Halt. Direkt hinter der sächsischen Grenze steht in Tschechien der Meiler von Temelin, dessen Strahlung uns bei einem Reaktorunfall auch erreichen würde. Im amerikanischen San Onofre stehen AKWs, die ebenfalls in einem plattentektonischen Spannungsgebiet errichtet wurden, in unmittelbarer Nähe des Ozeans, in unmittelbarer Nähe von Los Angeles, und überaltert.

An uns ist es, die Erinnerungen an das Geschehen aufrecht zu erhalten. An uns ist es, die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu handeln und dieses Wissen weiterzugeben. Im Angesicht der Katastrophe ist es schwer ruhig zu bleiben und sich nicht der Ohnmacht hinzugeben. Ist es schwer, hinaus zu blicken in die Welt.

Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sind die Worte, die sich eingegraben haben. Die Welt ist nicht mehr die Selbe. Es liegt an jedem Einzelnen von uns etwas dazu beizutragen, dass sie eine bessere wird.

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Rede zur Mahnwache am 21.03.11 Fukushima ist überall

Rede zur Mahnwache am 21.03.11 Fukushima ist überall

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „die Zeit“ steht geschrieben:

„Fremd sind uns die Japaner, sehr fremd. Ihre Sprache, ihre Kultur, ihre Selbstbeherrschung, ihr Aussehen. Doch es gibt einen Grad des Leidens, der alle Menschen ähnlich macht. Dieser Grad ist nun erreicht, nein überschritten. Von Beben erschüttert, von der Welle heimgesucht, von tödlichen Strahlen bedroht.

Die Menschen wissen nicht, an wenn sie sich wenden sollen, vermissen ihre Angehörigen, sie haben Durst und Angst vor dem Ticken des Geigerzählers. Dass muss uns keiner übersetzen, dafür reicht unser Fantasie, so weit reicht auch die Nächstenliebe. Aber für wie lange wird sie reichen, für wie viele Wochen oder Monate.“

Eine Woche ist es her, dass Japan von einem der stärksten Beben seit Beginn der Aufzeichnungen heimgesucht wurde. Eine Woche, in der sich die Welt verändert hat. Eine Woche, in der nichts mehr so ist wie es vorher war und sich die Gewissheiten verschoben haben.


Wenn wir heute hier stehen, dann stehen wir in erster Linie hier, weil unsere Gedanken und Wünsche bei den Menschen in Japan sind. Wir wollen das Andenken und die Mahnung von der politischen Debatte trennen und deswegen steht am Beginn des heutigen Abends erst eine Mahnwache und dann ein Protestzug, bei welchem wir unsere Forderungen und unseren Zorn zum Ausdruck bringen wollen.

In Japan ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf über 8.000 gestiegen, dazu kommen die Hunderttausende, die alles durch diese Katastrophe verloren haben. Menschen, die in Angst leben, die auf der Flucht sind. Und noch immer wissen wir, dass der Schrecken nicht beendet ist.

Letzte Woche an dieser Stelle sagten wir, die Welt - sie stehe vor dem atomaren Abgrund. Inzwischen wissen wir, dass sich die schlimmsten Befürchtungen verwirklicht haben, dass es im Reaktor von Fukushima zu mehreren Kernschmelzen gekommen ist. Beklommen verfolgen wir weiter die Meldungen, aber es lässt sich nicht leugnen - die Katastrophe ist eingetreten, in einem Umfang, den wir noch nicht genau kennen. Trotzdem kann alles noch schlimmer kommen. Auch die japanische Atomenergiebehörde wertet die Geschehnisse inzwischen als Unfall mit weitreichenden Konsequenze. Es ist keine Havarie mehr, es ist ein GAU.

In den Rektorcontainments 1 bis 3 in Fukushima und im Abklingbecken vier laufen seit längerem Kernschmelzen. Entweder werden diese die Bodenbehälter bzw. Containments zerschmelzen (vermutete Temperatur der „Atomsuppe“ ca. 2.000°C, Schmelzpunkt der Stahlbehälter ca. 1.500 °C!) und dadurch wird dann extrem viel Radioaktivität freigesetzt oder es kommt in den Reaktorcontainments 1 bis 3 zu Explosionen mit der selben Folge. Eine Explosion des Reaktorcontainments 3 wurde vermutlich nur durch Anbohren und Freisetzen der Knallgasmischung (und Radioaktivität) verhindert.

Die Freisetzung von Radioaktivität aus dem Abklingbecken in Reaktor 4 läuft seit der Explosion und ist nicht mehr zu verhindern.


Diese Meldungen sind alarmierender als befürchtet. Schon jetzt wird darüber berichtet, dass das Trinkwasser in Tokio mit radioaktiven Jod 131 kontaminiert ist und die Behörden vom direkten Verbrauch abraten. Bis aber Radioaktivität ins Trinkwasser oder in die Nahrung gelangt, dauert es einige Zeit. Das heißt, die JETZT gemessenen Werte stammen aus den ersten Tage der Katastrophe und berücksichtigen noch nicht die hohen Werte der letzten Tage.

Und noch immer ist es nicht vorbei.

Wenn wir heute hier stehen, dann auch, weil allen Menschen klar werden muss, was diese Katastrophe bedeutet. Der Mensch kann die Umwelt nicht beherrschen. Wir sind abhängig von der Umwelt aber diese nicht von uns. Der Alptraum der Menschheit, in Japan ist er wahr geworden.

Nun ist es am Menschen zu zeigen, dass er lernfähig ist, dass er in der Lage ist die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und dieser Schluss kann nur heißen aus der Atomenergie auszusteigen, eher heute als Morgen.

Hoffen wir, dass Fukushima, als Fanal, als flammendes Inferno, die letzte Katastrophe dieser Art ist und die Menschheit endlich begreift.

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Rede anlässlich der Mahnwache in Leipzig am 14.03. zur Katastrophe in Japan

Es fällt schwer die richtigen Worte zu finden. Worte für das zu finden, was geschehen ist.  Auch jetzt wissen wir noch nicht genau was gerade in Japan passiert, wissen nicht welches Ausmaß diese Katastrophe noch annehmen wird. Den Tausenden Toten durch den Tsunami, den unzähligen Menschen die auf der Flucht sind, die all ihr Hab und Gut verloren haben gilt in diesen Minuten, Stunden und Tagen unsere Anteilnahme.

Es sind Bilder des Schreckens, die um die Welt gehen, die uns deutlich machen, dass wir die Natur nicht beherrschen können. Es sind Bilder die uns betroffen machen und die uns in Sprachlosigkeit zurücklassen.

Neben den Opfern und Zerstörungen die durch das Erdbeben und den Tsunami zu beklagen sind, sind es vor allen die Geschehnisse an den japanischen Atomanlagen die uns Sorge, die uns Angst machen.

Denn abermals nach 25 Jahren steht die Welt erneut am atomaren Abgrund. 25 Jahre nach Tschernobyl droht ein erneuter Super GAU.

Minütlich überschlagen sich die Meldungen zur Katastrophe. Zunächst fielen Im Meiler von Fukushima die Kühlsysteme aus. Nach dem Stand von heute Nachmittag droht in drei Reaktoren der Anlage von Fukushima eine Kernschmelze. Und wir alle hoffen und bangen, dass trotz der Kernschmelze keine Strahlung großräumig austreten möge. Das der innere Kern des Reaktors hält und es trotz der Katastrophe nicht zu kompletten Kontamination des asiatischen Raumes kommt.

In Japan war nicht menschliches Versagen der Auslöser, sondern eine Naturkatastrophe, ein Erdbeben von enormer, aber nicht ganz unvorhersehbarer Gewalt. Es handelte sich um das schwerste Erdbeben in Japan seit über 140 Jahren. Das betroffene AKW wurde aufgrund der Berechnungen der letzten Hundert Jahre gebaut. Die Katastrophe war nicht kalkulierbar, weil sie schon gar nicht in Erwägung gezogen wurde. Ebenso wird deutlich, dass der Betreiber an Sicherheitsmaßnahmen gespart hat und es schon vorher immer wieder zu Zwischenfällen kam.

In der Havarie von Fukushima verwirklichen sich alle der Nutzung der Atomkraft inhärenten Gefahren. Wird uns deutlich vor Augen geführt, mit welcher immensen Naturkraft wir uns anmaßen umgehen zu können.

Doch erscheint es angesichts der Tragödie und dem Leid Hunderttausender, wenn nicht sogar Millionen an der Zeit, Forderungen zu stellen.

Und doch ist es die Angst die uns treibt, ist es die Angst, weil uns schmerzhaft bewusst wird, dass die Gefahren die von der Nutzung der Atomkraft ausgehen nicht zu bändigen sind. Ist es die Angst vieler Tausend Menschen weltweit, dass auch Atomanlagen in ihrer Nähe nicht absolut sicher sind. Denn eins lehrt uns diese Katastrophe, sicher ist und bleibt das Risiko. Ein Risiko mit denen Hunderttausende Menschen nicht mehr leben wollen.

Allein in diesen Minuten gehört unsere ganze Anteilnahme den Menschen in Japan, den direkt Betroffenen, die alles verloren haben und den Menschen, die unter größten Mühen versuchen zu retten, was noch zu retten ist. An diese Stelle gehört auch all unser Respekt den Hilfskräften vor Ort.

Und als Bündnis gegen Atomkraft rufen wir ebenso auf, selbst tätig zu werden, nicht nur ein Zeichen gegen Atomkraft sondern in aller erster Linie auch für die Opfer zu setzen und rufen dazu auf, sich auch den Spendenaktionen für die Opfer zu beteiligen.

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Wir haben nichts vergessen - der Castor rollt nicht ohne uns Aufruf für die Demonstration am 12.02. in Halle

Wir, das Bündnis gegen Atomkraft Leipzig, haben 2010 mobilisiert, wir haben  protestiert und haben Informationen weitergeleitet. Egal ob es im Sommer die Demonstrationen in Berlin waren, die Einsätze in Gorleben oder das Ausharren im eisigen Winter an der Strecke während des ersten Castor-Transports nach Lubmin, stets waren Menschen aus Leipzig mit dabei, um deutlich zu machen, dass es mit uns keinen Strom aus Atomkraft geben darf.

Nun, im Frühjahr 2011, hat sich die Situation nicht verändert. Obwohl der sächsische Atommüll bis auf weiteres nicht abgeschoben werden darf und die ersten Klagen gegen die Verlängerung der Endlaufzeiten beim Bundesverfassungsgericht anhängig sind, soll der nächste Castor-Transport rollen. Der nächste Transport nach Lubmin ist angedacht. Eine mögliche Transport-Strecke führt dabei auch durch Halle.

Transportiert werden sollen 5 Castorbehälter aus der stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe. Diese beinhalten, mehr als 16 Kilogramm Plutonium und 500 Kilogramm Uran in 60.000 l Salpetersäure aufgelöst. Dies entspricht einer Strahlung von einer Trillion Becquerel, was  ungefähr der Hälfte der in Tschernobyl freigesetzten Radioaktivität entspricht.

Bis mindestens 2080 soll der Atommüll laut Betreiber im „Zwischenlager“ bei Lubmin verbleiben – das ist länger als ein Menschenleben. Möglichkeiten der Endlagerung existieren weltweit nicht. Und doch hat die Bundesregierung beschlossen, die Atomkraftwerke weiter laufen zu lassen und den radioaktiven Müllberg sogar noch zu vergrößern. Der hochgefährliche Müll wird auch weiterhin ohne Sinn durch die Gegend gefahren,­ unter Inkaufnahme der Gefährdung von Menschenleben. Es gibt kein sicheres Endlager, es gibt kein sicheres Zwischenlager, sicher ist und bleibt einzig und allein das Risiko.

Dagegen wehren wir uns, geben das Versprechen ab, nicht zu ruhen, bis diese Transporte gestoppt werden und die Verlängerung der Endlaufzeiten der Atomkraftwerke revidiert wird. Wir haben nicht vergessen, wie diese Bundesregierung für die Zementierung der Energie-Oligopole unsere Zukunft verkauft hat.

Am kommenden Sonnabend werden wir wieder auf die Straße gehen, werden unsere Stimme und unsere Meinung artikulieren. Wir geben nicht auf.

Kommt mit uns am 12.02. nach Halle und macht mit uns zusammen deutlich, dass der Wahnsinn ein Ende haben muss.

Treffpunkt für die Fahrt aus Leipzig: 9:45 am Infopunkt im Hbf

Bündnis gegen Atomkraft Leipzig, Leipzig 08.02.2011

Unterstützer des Bündnisses: Ökolöwe, Attac Leipzig, Klima-Allianz Leipzig, B.U.N.D. Leipzig, Naturschutzbund Leipzig, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Leipzig, DIE LINKE Leipzig, SPD Leipzig, Jusos Leipzig, Grüne Jugend Leipzig, Linksjugend Leipzig, linxxnet Leipzig

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Bündnis gegen Atomkraft Leipzig: "Strahlentanz am Zwischenlager - Keine ruhige Minute im Winterchaos"

Das Bündnis gegen Atomkraft Leipzig kündigt für heute 16:30 einen sogenannten Strahlentanz am Zwischenlager in Leipzig auf dem Richard-Wagner-Platz an. Ab 16:30 wird dort eine Sambagruppe südamerikanische Rhythmen spielen und damit mittels Klang und Kunst auf die ungelöste Atommüllfrage hinweisen.

Von der Unterschreibung der Atomgesetze durch den Bundespräsidenten zeigte sich das Bündnis hingegen enttäuscht, die Motivation sei dadurch aber ungebrochen.

„Wenn wir ehrlich sind, sind wir schon ein wenig traurig, dass der Bundespräsident die Gesetze unterzeichnet hat, auch wenn wir es eigentlich nicht anders erwartet haben“, zeigte sich Sandra Post vom Bündnis nur minimal konsterniert. „Dennoch werden wir unverdrossen weiter Protest anmelden und auf die vielen ungelösten Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Atommüll hinweisen.“

 „Der Bundespräsident hat zwar nur eine eingeschränkte Prüfungskompetenz bei der Ausfertigung von Gesetzen, die auf wesentliche Fehler beschränkt ist, beim Atomgesetz liegt aber ein solcher evidenter Fehler vor“; erklärte der Leipziger Rechtsanwalt Jürgen Kasek, der den BUND im Bündnis vertritt, die Rechtslage. „Wenn selbst der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, der selber CDU-Mitglied ist, zum Schluss kommt, dass die Länder beim Atomgesetz zwingend hätten beteiligt werden müssen, hätte das dem Juristen Wulff auffallen müssen.“

„Es ist bedauerlich, dass wieder einmal das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung in ihre Schranken weisen muss, das lässt begründete Zweifel an der Kompetenz der Regierung wachsen“, sekundierte Mike Nagler von Attac.

Von der Idee, die verschiedentlich diskutiert wird, den Leipziger City-Tunnel bis zu dessen Fertigstellung zumindest temporär als Zwischenlager zu nutzen um den sächsischen Atommüll kostensparend einzulagern, hält das Bündnis nichts. Die sächsische Landesregierung wird aufgefordert, von diesem gefährlichen Blödsinn Abstand zu nehmen.

Alexander John von der Klima-Allianz Leipzig kündigte für das Bündnis weitere Aktionen an. Bereits am Sonnabend werde eine Abordnung des Leipziger Bündnisses nach Greifswald aufbrechen, um dort die Proteste mit zu unterstützen. Weitere Aktionen in Leipzig sollen am Montag und am kommenden Donnerstag folgen.

„Schwerpunkt unserer Arbeit ist nach Absage des sächsischen Castortransports der Transport von Cadarache nach Lubmin. Wie unsere Recherchen ergeben haben, soll der Transport nächste Woche durch Sachsen-Anhalt geführt werden, möglicherweise auch durch Halle.“, so Alexander John.

Man werde das Geschehen weiter im Auge behalten.

Weitere Informationen: www.antiatom.wordpress.com

Koordinatoren: Jürgen Kasek, Mike Nagler; Alexander John, Sandra Post

Unterstützer: Ökolöwe, Attac Leipzig, Klima-Allianz Leipzig, B.U.N.D. Leipzig, Naturschutzbund Leipzig, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Leipzig, DIE LINKE Leipzig, SPD Leipzig, Jusos Leipzig, Grüne Jugend Leipzig, Linksjugend Leipzig, linxxnet Leipzig

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BÜNDNIS GEGEN ATOMKRAFT LEIPZIG : zum Nikolaus ein Zwischenlager

„Schwarz- Gelb gefährdet ihre Gesundheit oder zum Nikolaus ein Zwischenlager“

AtomkraftgegnerInnen in rund 50 deutschen Städten haben vielfältigen Protest gegen die geplanten Castor-Transporte angekündigt. Als Auftakt wollen am kommenden Nikolaus-Montag, den 6.12.2010, mehrere Tausend MontagsspaziergängerInnen unter dem Motto „Atommülltransporte? Non! Njet! NiX da!“ auf die Straße gehen.

In Leipzig werden Aktivisten des Bündnisses gegen Atomkraft ein Zwischenlager auf dem Richard-Wagner-Platz errichten. Abgesperrt durch einen Bauzaun befinden sich mehr als ein Dutzend kontaminierter Atommüllfässer in dem ausgewiesenen Sperrbereich. Mit dieser Aktion will das Bündnis auf die ungeklärte Endlagerfrage des Atommülls aufmerksam machen und gleichzeitig auf die weiteren Castor-Transporte hinweisen.

Nach dem öffentlichkeitswirksamen Gorleben-Castor sollen ohne großes Aufsehen schon Mitte Dezember zwei weitere Castor-Transporte quer durch Deutschland rollen. Sowohl der Transport aus dem südfranzösischen Cadarache ins vorpommersche Lubmin bei Greifswald, als auch der Transport von Ahaus ins russische Majak, sind für den 17. Dezember angesetzt.

„Mit uns wird es keine Castor-Transporte in 'stiller Nacht' geben. Wir wollen den Transporten zu trauriger Popularität verhelfen, damit die ständigen Gefahren von Atomtechnologien nicht in Vergessenheit geraten.“ kommentiert Sandra Post vom Bündnis den Hintergrund der Aktion.

Insbesondere der Transport ehemals sächsischen Atommülls ins russische Majak wird vom Bündnis hart kritisiert.

„Man darf nicht vergessen, dass Majak zu den am stärksten belasteten Gegenden der Welt gehört. Dass ausgerechnet dorthin deutscher Atommüll, der ursprünglich aus Rossendorf stammt, verbracht werden soll, zeigt die ganze Zynik, mit der die Regierung arbeitet“, so Mike Nagler, der ATTAC im Bündnis vertritt.

„Die sächsische Staatsregierung hat de facto eingeräumt, dass der Transport nach Majak vor allen Dingen aus Kostengründen stattfindet. Statt sich also ernsthaft und intensiv dem Problem in Deutschland zu widmen, wird der Müll internationalisiert - mit dramatischen Folgen für die Umwelt“, so Jürgen Kasek vom BUND. Dass die Transporte nach deutschem Recht zudem rechtswidrig seien, passe insgesamt ins Bild.

Insgesamt geht es den bundesweit vernetzten Montagsaktiven auch um die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke und Lobbypolitik. „Als Umweltschützer blockieren wir den Kurs der schwarz-gelben Regierung und wenden uns gegen jegliche Atommülltransporte. Schließlich gibt es kein sicheres Endlager.“ konstatiert Alexander John von der Klima- Allianz Leipzig.

Aus diesem Grund wird die Installation des Bündnisses auch bis zu den geplanten Transporten in Leipzig stehen bleiben und für die Bevölkerung ein anschauliches Beispiel darstellen, wie Atommüll weltweit gelagert wird.

www.antiatom.wordpress.com

Koordinatoren: Jürgen Kasek, Mike Nagler; Alexander John, Sandra Post

Unterstützer: Ökolöwe, Attac Leipzig, Klima-Allianz Leipzig, B.U.N.D. Leipzig, Naturschutzbund Leipzig, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Leipzig, DIE LINKE Leipzig, SPD Leipzig, Jusos Leipzig, Grüne Jugend Leipzig, Linksjugend Leipzig, linxxnet Leipzig

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